Forschung und Technologie: Neue Roadmap für deutsch-italienische Zusammenarbeit

40 Jahre Villa Vigoni 22.10.2026

Deutschland und Italien verbindet eine lange Partnerschaft in Forschung und Technologie. Schon Alexander von Humboldt diskutierte mit Alessandro Volta am Comer See über die Natur der Elektrizität, was ein neues Zeitalter für die Physik einläutete. Zur Vertiefung der langjährigen Partnerschaft reiste Bundesforschungsministerin Dorothee Bär am 21. und 22. Oktober nach Italien.

© JRC/Europäische Kommission

Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Grenzen hinweg frei miteinander arbeiten können, blüht Forschung auf. Italien ist für Deutschland ein wichtiger Kooperationspartner für Innovation, Forschung und Wissenschaft. In diesem Jahr feiern beide Länder 75 Jahre seit der Wiederaufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen.

Ein besonderer Ort dieser Partnerschaft ist die Villa Vigoni am Comer See. Seit 40 Jahren fördert das Deutsch-Italienische Zentrum für den Europäischen Dialog den Austausch zwischen beiden Ländern.

Roadmap für deutsch-italienische Zusammenarbeit unterzeichnet

Auf dem Festakt zum 40-jährigen Jubiläum unterzeichneten Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und ihre italienische Amtskollegin Anna Maria Bernini eine Roadmap über die deutsch-italienische Zusammenarbeit in Forschung und Technologie. Dabei stehen insbesondere Schlüsseltechnologien im Mittelpunkt, die auch die Hightech Agenda Deutschland vorantreiben. Beide Länder wollen ihre Stärken bündeln, um neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen und Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken:

  • Schlüsseltechnologien: Deutschland und Italien werden ihre Zusammenarbeit bei Halbleitern und Mikroelektronik im Rahmen des Chips Joint Undertaking, einer europäischen Initiative zur Förderung der Halbleiterforschung und -entwicklung, vertiefen. Außerdem werden sie die gemeinsame Robotikforschung ausbauen.
  • Hochschulpartnerschaften: Deutschland und Italien werden bestehende Kooperationen zwischen ihren Universitäten ausbauen und neue Partnerschaften schließen.
  • EU-Forschungsprogramme: Beide Länder werden gemeinsame Beteiligungen an europäischen Forschungsprogrammen wie Horizon Europe und Eureka stärken.
  • Wasserstofftechnologien: Deutschland und Italien werden ab 2028 die Weiterentwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte zu grünem Wasserstoff prüfen.
  • Forschungsinfrastrukturen: Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wird sich jährlich darüber austauschen, wie beide Länder Forschungsinfrastrukturen besser gemeinsam nutzen und finanzieren können. Im Fokus stehen internationale Großprojekte wie FAIR, CERN, CTAO, European XFEL und das Einstein-Teleskop.
  • Forschungssicherheit: Beide Länder werden sich enger über bewährte Verfahren austauschen, um die europäische Forschung offen und sicher zu gestalten.

Als weiteren konkreten Schritt werden Deutschland und Italien 2027 einen gemeinsamen Förderaufruf in den Bereichen Robotik und Quantentechnologien veröffentlichen, der sich gezielt an Nachwuchsforscherinnen und -forscher richtet.

Forschung verbindet Deutschland und Italien

Neben dem Festakt besuchte Bär gemeinsam mit Bernini die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission im norditalienischen Ispra. Dort informierten sich die Ministerinnen über aktuelle Forschung zum Krisenmanagement sowie zu Weltraum- und Quantentechnologien. Sie unterzeichneten außerdem gemeinsam einen Letter of Intent mit dem Direktor der Forschungsstelle zur Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Bei der anschließenden Vigoni Lecture in Mailand stellte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär die Hightech Agenda Deutschland vor. Gemeinsam mit Bernini sprach sie über die Bedeutung der deutsch-italienischen Forschungszusammenarbeit für Europas wirtschaftliche Stärke. Bär betonte: Unsere Partnerschaft ist tief und lebendig. Aber wir können ihr Potenzial noch viel mehr entfesseln. Die Vigoni Lectures bringen renommierte Persönlichkeiten aus Deutschland und Italien zusammen, um vor Publikum über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen zu diskutieren.

Vielfältige Forschungsbeziehung

In der Villa Vigoni sprachen die beiden Ministerinnen außerdem mit den „Jungen Vigoni“, einem Netzwerk junger Menschen aus Deutschland und Italien, über die Zukunft der Wissenschaft und die deutsch-italienische Zusammenarbeit.

Die Delegationsreise zeigte, wie vielfältig die Forschungsbeziehungen zwischen beiden Ländern bereits sind. Mit der Roadmap werden Deutschland und Italien diese Zusammenarbeit weiter vertiefen und gemeinsam den Innovationsstandort Europa stärken.